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Nach dem Markt…

…ist vor dem Markt.
Es hat mal wieder Spaß gemacht, auch wenn es im Vorfeld gar nicht so aussah, als könnte ich überhaupt aufbauen, denn es regnete in Strömen.
Aber ich hatte mehrfaches Glück. Zum einen hörte der Regen auf, als ich beim Markt ankam, zum anderen hatte wegen des Regens eine Teilnehmerin abgesagt, so dass ich deren Standplatz habe konnte – unter einem Schleppdach, auf einer Betonplatte. Ohne diese wäre es schlecht geworden, dennin den Schlamm stellen konnte ich weder den Marktstand, noch das Spinnrad. So aber war alles gut, bis auf die Tatsache, dass ich zum Zeitpunkt des Fotos noch gar nicht richtig fertig war mit dem Aufbau.
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Blickfang waren die kleinen Halstücher aus den wunderschönen Farbverlaufsgarnen, die ich nach und nach anstricke, um die Schönheit der Farben aus den Knäulen hervorzulocken.
Natürlich wurde ich auch wieder nach der Anleitung gefragt.
Deshalb hier noch einmal der Link zu meiner Anleitung
 
Eben plane ich bereits den nächsten Markt. Mal sehen.

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Das Tuch von Neckeroda…

…hat natürlich einen Namen, nur wollte mir der am Tag des Färbefestes {30. August 2014} einfach nicht einfallen. Als ich dann des Abends geschafft und müde vom Markt, aber glücklich wegen der vielen tollen Besucher meines Markstandes vor dem Rechner mehr hing als saß, war der Name plötzlich wieder da: Frangiflutti, erdacht und beschrieben von Edith.
Weil nun aber nicht alle, die nach dem Tuch fragten und sich dafür Garn mitgenommen oder bestellt haben, bei Ravelry angemeldet sind UND weil ich Ediths Anleitung hier nicht einfach hineinkopieren kann, da es ja IHRE Anleitung {also auch ihr Urheberrecht} ist UND weil ich {wie immer, wenn ich mal nach einer Anleitung arbeite} diese ohnehin ein klitzekleinwenig abgewandelt habe:
Hier nun die Beschreibung, wie ich diese Tücher gestrickt habe.

Mein Material: Farbverlaufsgarn, LL 420m/100g, 75% Wolle 25% Polyester
Meine Nadeln: NS 3,5 Rundnadel Harmony von KnitPro
Eventuell könnten ein Maschenmarkierer und ein Reihenzähler benutzt werden, ich habe jedoch beides weggelassen.

Grundmuster: Rippenmuster, bestehend aus 6 Reihen obenauf rechts {Hinreihe rechts, Rückreihe links}, 6 Reihen obenauf links {Hinreihe links, Rückreihe rechts}

Das Tuch besteht aus drei Abschnitten, sie sich nur durch die Anzahl der Zu- und Abnahmen unterscheiden und dadurch für die eigenwillige Form des Tuches sorgen.
Zunahmen erfolgen immer am linken Rand durch Verdoppeln der Randmasche.
Abnahmen erfolgen immer am rechten Rand durch Abketten der Randmasche(n).
Randmaschen an denen keine Zu- oder Annahmen erfolgen, werden in jeder Reihe gestrickt. Dadurch bekommt das Tuch einen stabileren Rand, der später nicht "ausleiert".
Maschen verdoppeln === Masche rechts stricken, aber auf der linken Nadel belassen. Dann in die selbe Masche noch einmal hinten einstechen und eine weitere Masche rechts herausstricken.

Die allererste Rippe habe ich ein wenig verändert. Statt wie im Original mit 3 Maschen zu beginnen, habe ich 5 4 Maschen angeschlagen.
Diese Maschen habe ich rechts abgestrickt, danach
1 Reihe links
1 Reihe rechts
1 Reihe links
1 Reihe rechts
und noch eine Reihe links. Erst am Ende dieser Reihe habe ich die letzte Masche verdoppelt.
Dadurch hat, den Maschenanschlag mitgerechnet, die erste Rippe nicht nur 6, sondern 7 Reihen und die Zunahmen am Reihenende erfolgen somit immer in den Hinreihen.***

Von nun an stricken wir
Abschnitt 1: In jeder 6. Reihe {Hinreihe} die letzte Masche verdoppeln. Abnahmen gibt es im Abschnitt 1 noch nicht.
So wird das Tuch auf der linken Seite immer breiter, die rechte Seite bleibt gerade.
Gestrickt werden ca. 40 cm. Zum Messen das Gestrick nur leicht dehnen, nicht ganz glatt ziehen.
Gestrickt wird, bis wir 50 Maschen auf der Nadel haben. Dann folgt…

Abschnitt 2: In jeder 2. Reihe {Hinreihe} die letzte Masche verdoppeln. Außerdem in jeder 6. Reihe die erste Masche am Reihenanfang abketten.
Nun wird das Tuch auf der linken Seite weiterhin breiter, und zwar rascher, als in Abschnitt 1. Die rechte Seite biegt sich leicht nach links.
Gestrickt werden weitere ca. 30 cm.
Gestrickt wird dieser Teil, bis 110 Maschen auf der Nadel sind. Nun folgt…

Abschnitt 3: Nun wird in jeder Reihe zugenommen. Das heißt wir verdoppeln weiterhin in jeder Hinreihe die letzte Maschen und zusätzlich in jeder Rückreihe die erste Masche. Außerdem werden in jeder 6. Reihe die ersten 4 Maschen am Reihenanfang abgekettet.
Nun wird das Tuch auf der linken Seite mit jeder Reihe breiter. Auf der rechten Seite entstehen kleine Ecken, die sich nach links biegen.
Gestrickt wird, bis das Garn alle ist. Die letzte Reihe locker abketten.

Tipps und Tricks
*** Wie beschrieben hat die allererste Rippe 7 Reihen und endet somit mit einer Hinreihe an deren Ende die Zunahme erfolgt. Demzufolge müssen wir in der folgenden Reihe {Rückreihe} das Muster wechseln. Das heißt, wir beginnen im Grunde jede neue Rippe mit einer Rückreihe. Nun müssen wir uns nur noch merken, dass wir die Reihe nach der Zunahme in Abschnitt 1 genauso stricken müssen, wie die Reihe, in der wir zugenommen haben.
Bsp.: Die letzte Reihe der ersten Rippe stricken wir links {siehe oben} und verdoppeln die letzte Masche. Die folgende Reihe ist eine Rückreihe, und mit ihr beginnt die 2. Rippe. Diese Reihe stricken wir ebenfalls links. Die übrigen Reihen dieser Rippe stricken wir natürlich, wie sie erscheinen, müssen also die 2.,4. und 6. Reihe rechts stricken. Diese ist dann die letzte Reihe der 2. Rippe, gleichzeitig die 6. Reihe, an deren Ende wieder eine Zunahme erfolgen muss. Und nun schließen wir die 3. Rippe an, die wir, weil wir die 2. Rippe mit einer Reihe rechte Maschen beendet haben, auch wieder rechts stricken.
Wenn wir uns daran halten, benötigen wir keinen Maschenmarkierer, um die Zunahmeseite zu kennzeichnen. Und bis der Abschnitt 1 fertig ist, erkennen wir längst die Form und die Zunahmen auch ohne jegliche Markierung. 😉
Für das Abketten empfehle ich "Pferdezügelabketten", und das geht so: *1 Masche rechts stricken, 2 Maschen rechts zusammen stricken. Die beiden eben gestrickten Maschen zurück auf die linke Nadel heben*, die Vorgänge zwischen den ** immer wiederholen.
Achtung! Das Pferdezügelabketten verbraucht mehr Garn als andere Methoden. Damit uns nicht kurz vor Ende das Garn ausgeht, hier noch ein Trick:
Wenn das Garn zur Neige geht, suchen wir uns das Ende und messen von dort aus 5 Mal die Breite unseres Strickstückes. An dieser Stelle machen wir einen Knoten in unser Garn. Nun können wir in aller Ruhe bis zum Knoten stricken und wenn wir ihn erreicht haben auch noch die Reihe beenden. Danach sollten wir mit dem Abketten beginnen und können sicher sein, dass unser Garn dafür reicht, aber nicht allzuviel ungenutzt übrig bleibt.

Viel Spaß!
Änderungen am 19.10.2015

Die Druck- und Speicherversion findet man hier.

Neckeroda und zurück

Ja, ich bin zurück aus Neckeroda und habe mich auf dem Heimweg ausnahmsweise einmal nicht verfahren.
Es war ein toller Markt mit ganz vielen netten Besuchern. Nun bin ich total erledigt, aber auch glücklich. Und deshalb will ich jetzt zumindest einen Teil des Versprechens einlösen, das ich heute viele Male meinen Besucherinnen gegeben habe.
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Dieses Tuch {man möge mir die schlechte Aufnahme verzeihen} hatte viele Gäste begeistert.
Deshalb hier nun der Link zur Anleitung. Es ist eine freie Anleitung, die jeder nutzen und nachstricken darf. Allerdings sind sicher nicht alle, die heute an meinem Stand waren, bei ravelry angemeldet.
Für all jene werde ich morgen früh einmal aufschreiben, wie ich das Tuch gestrick habe.